Leuchtturmprojekt changes.AWARD

Changes.Award – das Leuchtturmprojekt des Fördervereins! 

Mit seinen Cromford-Gesprächen hat der Förderverein seine Gäste schon in die Weiten des Universums, in die Kulturpolitik oder ins Patentrecht entführt. Am 11. März 2018 standen nun die Entstehungsgeschichte und die Perspektiven des changes.AWARD im Fokus. Wie der Wettbewerb zu dem wurde, was er heute ist – das Leuchtturmprojekt des Vereins – erzählt in dieser Ausgabe Vorstandsmitglied Gerd Droste, der Referent des Cromford Gesprächs und Mitinitiator des Wettbewerbs.


Sie – liebe Leser des Newsletters Cromford aktuell – haben sich bei einem der Parkfeste schon von den herausragenden Ergebnissen des Wettbewerbs selbst überzeugen können. Heute will ich den Fokus auf die Entstehungsgeschichte legen, und die Projekte des letzten Jahres vorstellen.

Lassen Sie uns zuvor auf das Jahr 1783 blicken. Dort treffen wir auf den schöpferischen Geist von Johann Gottfried Brügelmann mit seiner ersten Fabrik auf dem Kontinent. Für die damalige Zeit war er weit vernetzt. Sein Erfolg gründete auf einem überzeugenden Businessplan, der ja auch schon Thema eines eigenen Cromford-Gesprächs war. Kreativität, Schöpfergeist und Durchhaltevermögen sowie ein guter Businessplan, der eine hochkarätige Jury überzeugen muss, sind auch die Erfolgsfaktoren des changes.AWARD – unser heutiges Thema.

Wie kommt eigentlich ein Förderverein eines Industriemuseums auf so ein erfolgreiches Projekt, das – ganz im Gegensatz zur typischen Altersstruktur eines geschichtsbezogenen Vereins –  Schülerinnen und Schüler der Klassen 12 in den Mittelpunkt eines Wettbewerbs stellt?

In meiner Zeit als Lehrer gehörte ich mit 46 Jahren in den Augen meiner Schüler aber schon zur älteren Generation und war informationstechnisch auch kein Vorreiter, ganz im Gegensatz zu meinen Schülern. Für sie war das Internet die Zukunft schlechthin, und die Faszination der digitalen Kommunikation sollte im Stadttheater Ratingen –  kleiner ging es nicht –  demonstriert werden.

Mit professionellem Marketing und starken Thesen: „Internet – unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsplatzes von morgen?“ füllte das Schülerteam damals das Theater bis auf den letzten Platz. Wie war die Presseresonanz?
„Internet – ein riesiges Angebot ohne direkten Nutzen“ lautete die Schlagzeile der Rheinischen Post.  

Hätten Sie 1996 in Ihrem PKW auf das Schiebedach und die elektrischen Fensterheber verzichtet und die gesparten 1000 DM in Appel investiert, wären das heute 125.000 €.

Fazit: Es macht wirklich Sinn und bringt uns alle weiter, wenn wir der Jugend zuhören und ihnen eine Plattform bieten.

Schülerwettbewerbe im Wandel der Zeit: Bild links - 1996 / Bild rechts changes.Award 2017.


Neben dieser prägenden Erfahrung gab es einen zweiten Geburtshelfer für diesen Wettbewerb, nämlich die guten Erfahrungen mit Schülerwettbewerben. Schülergruppen analysierten unternehmerische Fragestellungen, wie beispielsweise: Kann sich Air Berlin als Konkurrent dauerhaft gegen die Lufthansa behaupten? Die Analyse der Schülerinnen und Schüler von 2008 kam zu einem negativen Ergebnis. Air Berlin sei „stuck in the middle“, also weder echter Billigflieger noch etablierte Liniengesellschaft. Auch hier hätte es sich für manchen gestrandeten Passagier und den Staat als Kreditgeber gelohnt, dieser Schüleranalyse zu folgen. In diesem Wettbewerb wurden aber auch eigene Geschäftsideen entwickelt und Businesspläne einer kritischen Jury vorgestellt und verteidigt.

Nach meiner Pensionierung und der Wahl in den Vorstand des Fördervereins waren diese Erfahrungen mein Eintrittsbeitrag. Der Förderverein griff die Idee eines Jugendwettbewerbs des Kuratoriums auf und konnte mit Mitsubishi Electric einen engagierten, großzügigen Partner und Sponsor mit viel Sachverstand gewinnen. 2014 gab es das erste Treffen zum Thema Innovationspreis, aus dem dann der changes.AWARD in seiner heutigen Form entstand.

Der Wettbewerb ist so konzipiert, dass die Schüler verschiedenste Kompetenzen erwerben und vielfältige Methoden erlernen können. Sie werden besser für die aktuellen und künftigen Herausforderungen in Ausbildung, Beruf, Studium und Freizeit gewappnet sein.

Herrn Steinweg, Lehrer am Berufskolleg, darf ich wie folgt zitieren: „Ich war total überrascht, was für Talente in den Schülern schlummern“ und Andreas Horn vom Kopernikus-Gymnasium kommentierte: „Der changes.AWARD hat Einblicke und Erfahrungen geliefert, die Schule kaum bieten kann. Für Schüler, Lehrer und Coaches eine tolle Herausforderung.“ Aus Schülersicht vom Theodor-Fliedner-Gymnasium hieß es: „Der changes.AWARD ist in der Schullaufbahn eine einmalige Gelegenheit, vorzeitig Einblicke in das Businessleben zu erhalten.“

Als Projektkoordinator im Auftrag des Industriemuseums Cromford war ich zusammen mit Frau Thormählen von Mitsubishi Electric mit den Aufgaben betraut, eine stabile Arbeitsgrundlage zwischen den beteiligten Schulen aus Ratingen, Düsseldorf und Umgebung aufzubauen und die Gruppen im Wettbewerb zu betreuen. Als erster Schritt galt es im Sommer 2014, die Wahrnehmungsschwelle von Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern zu überwinden.

Der Weg vom ersten Rundbrief bis zum  tatsächlichen Start des Wettbewerbs war unerwartet steinig. Briefe und Mails verschwanden im „Bermudadreieck Schulsekretariat“. So musste der geplante Start um ein Jahr verschoben werden. Durch persönliche Kontakte, Pressearbeit, Infofilme, Impulsvorträge und Diskussionsrunden haben wir das Interesse für den Wettbewerb zu wecken versucht.

Der Begeisterungsfunke wollte aber nicht gleich überspringen. Von der coolen Schülerreaktion „… klingt ja ganz gut …“ bis zu einer verlässlichen Arbeitsgruppe war es ein weiter Weg. Von Projektgruppen, die zum Erstaunen ihrer Eltern die Osterferien für den changes.AWARD halbiert haben, bis zu tiefenentspannten Gruppentreffen mit Gleitzeitcharakter haben wir alles erlebt.

Neben einem Lehrer steht jeder Gruppe auch ein Coach von Mitsubishi Electric oder aus der regionalen Wirtschaft zur Seite. Bei regelmäßigen Treffen gibt er Impulse, öffnet Türen, motiviert – alles in seiner Freizeit und ehrenamtlich.

Das erste Finale mit innovativen Ideen zum Thema Kommunikation und die Preisverleihung beim Parkfest 2016 war ein überwältigender Erfolg. Wir stellten uns die Frage:

Lässt sich dieses Niveau auch für die nächste Runde im Jahr 2017 halten?

Die Aufgabenstellung war auch 2017 wieder eine Herausforderung:

Nachhaltigkeit – Konzeption eines innovativen Produktes, einer Dienstleistung oder einer Lösung zur nachhaltigen Verbesserung unserer Umwelt und/oder Gesellschaft.

Doch auch diesmal haben alle Projektteams auf hohem Niveau überzeugt. Welche nachhaltigen Produkte bzw. Dienstleistungen traten nun gegeneinander an?  

 

Die Projektteams im changes.AWARD 2017

Theodor-Fliedner-Gymnasium:

Die Gruppe Solarmod leistet einen Beitrag dazu, dass die Bundesrepublik Deutschland die CO2 Emission um 40 % senken kann und transformiert die Bundesbahn vom Energiekonsumenten zum nachhaltigen Energieproduzenten.

Die Gruppe TRex GmbH revolutioniert mit ihrem Projekt das Einkaufsverhalten, den Flächenverbrauch der Supermärkte und macht mit Hilfe des Smartphones den ganzen Einkaufsprozess nachhaltiger.

Die Gruppe Generation Equality geht mit einer Nährwertanalysewaage in Interaktion mit einer App an den Start.

Die gymnasiale Oberstufe des Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg Ratingen:

Die Gruppe ARISE – Never waste time with waste –präsentiert folgende  Lösung: Durch den „Ariser“ wird ermittelt, wann ein Container wirklich voll ist, was unnötige Anfahrten und somit Zeit und Geld spart.

I.S.A. TAP hat für Senioren eine einfache Verbindung zum Internet geschaffen und ermöglicht durch weitere Dienstleistungen ein längeres, selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung.

Die Projektgruppe „4Saving“ hat ein Projekt zur nachhaltigen Senkung des Stromverbrauchs erarbeitet. Ihr Ansatz besteht darin, den verschwenderischen Standby-Verbrauch von EDV-Geräten in Schulen und Unternehmen durch smarte Steckerleisten mit Steuerungsmodul zu verhindern.

Das Kopernikus-Gymnasium aus Ratingen-Lintorf:

Die Ökonauten nehmen den zunehmenden Verpackungsmüll aufs Korn und schicken mobile Marktwagen unter dem Logo „Die Verpackungslosen“ auf die ökologische Erfolgsreise, retten mit Jutebeuteln und Einmachgläsern die Weltmeere und sind dabei auch noch wirtschaftlich erfolgreich.

BAMCUP führt uns drastisch vor Augen, dass wir in Deutschland jährlich Millionen Pappbecher verbrauchen und jeder Bundesbürger allein damit für 40 kg CO2 verantwortlich ist. Ihr Lösungsansatz ist ein nachhaltiger, biologisch abbaubarer, stoßfester und mehrfach zu nutzender Becher.

Die Future Saver verfolgen einen ähnlichen Ansatz und wollen nicht warten, bis sich die Einweg-Einkaufstüten erst nach 20 Jahren im Meer abbauen. Sie verbinden unseren treuesten täglichen Begleiter – das Smartphone – mit einem stylischen Kästchen, in dem sich ein wiederverwertbarer Beutel unter dem Handelsnamen „ Bülle“ verbirgt.

Das Wirtschaftsgymnasium vom Berufskolleg Bachstraße in Düsseldorf:

Die Gruppe Refiller erspart der Umwelt künftig den Müll von 1,2 Millionen White-Board-Stiften. An diesem geschlossenen Recycling-System arbeitet auch eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung mit.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Ratingen:

Mit ihrem Produkt: „Die Twottle – eine Flasche, doppelte Leistung“ erreicht die Thermosflasche völlig neue Höhen. Die Twottle, die „two bottle“ ist eine Thermosflasche, welche den gleichzeitigen Transport von je einem Heiß- und Kaltgetränken ermöglicht.

Der erste Preis und damit auch die Reise nach Japan im Juli 2018 ging an die Gruppe „4Saving“ vom Wirtschaftsgymnasium des Adam-Josef-Cüppers-Berufskollegs in Ratingen.

Herzlichen Glückwunsch!

 

Welche klugen Köpfe stecken hinter der Siegergruppe?

 

4Saving: die Siegergruppe des Wettbewerbs 2017.

Die Schülerseite:

Jacqueline Kobienia: Sie schreibt in ein paar Wochen ihre LK-Klausuren in BWL und Englisch. Ihre Berufsperspektiven stehen schon fest. Sie wird ein Unternehmen gründen. 1/000 Anteile an ihrem Erfolgsunternehmen gibt sie schon heute für 1000 € ab.

Alexander Klee: Für ihn stehen auch Englisch und BWL als Abiturklausuren an. Nachdem er sich über seine eigene Leidensfähigkeit und sein Durchhaltevermögen gewundert hat, kann er sich auch eine eigene Unternehmensgründung im Bereich Medien vorstellen. Sein souveräner Auftritt lässt schon heute keine Zweifel aufkommen.

Alexander Scholtz: Er ist im Projekt der Mann der Zahlen und freut sich schon auf die Matheklausur im Abitur. Im Wettbewerb leitete er mit analytischem Verstand aus den Daten der Kundenbefragung die prognostizierten Umsatzzahlen ab. Mal eine Nacht durcharbeiten ist für ihn gar kein Problem.

Die Betreuerseite:

Frank Welkisch: Er hat jahrelange Erfahrung mit den besonderen Herausforderungen bei Wettbewerben und ist abonniert auf Siegerplätze. Für jede Projektgruppe ist er eine „sichere Bank“ und durch nichts zu erschüttern. Seine Schülerinnen und Schüler von ganz anderen Seiten kennenzulernen ist für ihn besonders spannend.

Dror Peled (Coach): Mit professioneller Geduld und väterlicher Ausstrahlung hat er die Gruppe auch in kritischen Phasen in der Erfolgsspur gehalten. Er öffnete Horizonte ohne die Kreativität zu beschränken und war jederzeit erreichbar.

Die Gruppe plant parallel zum Abitur übrigens schon die ersten Schritte, um aus ihrer Geschäftsidee ein reales Unternehmen zu formen. Möglicherweise wird der Förderverein Cromford mit dem changes.AWARD ja tatsächlich Keimzelle eines erfolgreichen Start UP. Wir drücken die Daumen und wünschen viel Erfolg.  


Der aktuelle Wettbewerb 2018

Noch ein paar Sätze zum laufenden Wettbewerb und dem Beitrag unseres Fördervereins: Es sind wieder elf Arbeitsgruppen aktiv und werden mit Projekten zur Nachhaltigkeit einen Beitrag leisten, um unsere Welt etwas besser zu machen. Aktuell sind wir in der „Schulterblickphase“. Mehr wird aber nicht verraten. Ich darf Sie aber schon heute zur Präsentation der Wettbewerbsbeiträge im Rahmen des Parkfestes und der Preisverleihung am Sonntag, dem 17. Juni 2018, an die Cromforder Allee in Ratingen einladen.

Es wird sich lohnen – versprochen!

Gerd Droste

 

 

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