Abschlusspublikation "Glanz und Grauen"

Neuerscheinung im April 2018 – Abschlusspublikation zum
forschungsprojekt “Glanz und Grauen“

Mehrere Jahre haben Claudia Gottfried und Christiane Syré zusammen mit einem Team von Kulturwissenschaftlern an dem von der Volkswagenstiftung geförderten Projekt „Glanz und Grauen“ gearbeitet. Ende des Monats kommt nun ihre Abschlusspublikation in den Handel. Die rund 400 Seiten starke Neuerscheinung stellt Ihnen Museumsleiterin Claudia Gottfried in dieser Ausgabe vor.


Endlich ist es soweit: die Abschlusspublikation zum Forschungsprojekt „Glanz und Grauen“ zur Mode während des Nationalsozialismus ist im Druck und wird Ende April vorliegen.

Mehrere Jahre haben Claudia Gottfried und Christiane Syré zusammen mit einem Team von Kulturwissenschaftlern und den hauseigenen Textilrestauratorinnen die Textilsammlung des LVR-Industriemuseums im Rahmen eines von der VolkswagenStiftung geförderten Projektes untersucht.

Die Sammlung umfasst einen umfangreichen und einzigartigen Bestand von Kleidung und Accessoires aus den 1930er und 1940er Jahren: von raffiniert im Schrägschnitt gearbeiteten Abendkleidern über ein breites Spektrum an Alltagskleidung bis hin zu hundertfach gestopften Strümpfen, von konfektionierter und selbstgenähter Kleidung bis hin zur Notkultur, von Uniformen der Hitlerjugend und Braunhemden über NS-Abzeichen bis hin zu entnazifizierten BDM-Blusen.

Ausgewertet wurde auch umfangreiches Quellenmaterial wie Privatfotos, Modezeitschriften, Fachblätter, Broschüren, Reichskleiderkarten sowie Regelwerke und Mitteilungen von NS-Staat und NSDAP. Die Erinnerungen von Zeitzeugen, die die NS-Zeit noch als Jugendliche oder junge Erwachsene erlebt hatten, gaben der Forschung wichtige Impulse.

Immer wieder zeigte sich, dass Kleidung fest eingebunden war in das Herrschaftssystem der Nationalsozialisten, dass sie Macht sichern sollte und politische wie wirtschaftliche Ziele zu erreichen half. Der NS-Staat instrumentalisierte Kleidung und lud sie ideologisch auf, um den Staatsbankrott aufzuhalten, Kriegsvorbereitungen voranzutreiben oder Jugendliche zu disziplinieren. Kleidung geriet in die Spirale der Gewalt: Sei es durch die „Arisierung“ der Textilwirtschaft, die Erprobung synthetischer Materialien oder die Ausbeutung und Ausraubung der Verfolgten und aus der „Volksgemeinschaft“ Ausgegrenzten.

Die Publikation umfasst mehr als 400 Seiten, ist umfangreich bebildert und kostet ca. 30,00 €. ISBN 978-3-9813700-5-8.

Claudia Gottfried

 

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