Cormford Gespräch: Fassung bewahren

Cromford Gespräch: "Immer die Fassung bewahren

Dieses Cromford Gespräch im Oktober war der Anfangszeit des Museums Textilfabrik Cromford gewidmet. Claudia Gottfried und Christiane Syré überraschten die Teilnehmer mit vielen Anekdoten, die zeigten, was so alles passieren kann, wenn Wissenschaftler ihre Bücher liegen lassen und sich auf die Suche nach Gegenständen aus der frühindustriellen Arbeitswelt machen, um ein Museum ohne Sammlung einzurichten. Über den unterhaltsamen Vormittag schreibt Dr. Alexander Koewius.

"Immer die Fassung bewahren": Hinter diesem Titel verbargen sich hochinteressante, detailreich und lebendig gestaltete Vorträge der Museumsleitung, Claudia Gottfried und Christiane Syré, die beide von Anbeginn den Aufbau des Industriemuseums Cromford maßgeblich begleiteten.

Wie man ein so anspruchsvolles Projekt erfolgreich bewältigt, das kann man übrigens – im Gegensatz zur Kunstgeschichte – an keiner Hochschule lernen; Vorlesungen zur geschichtlichen Entwicklung der Industriekultur: die gibt es bis heute nicht.

Das Publikum dankte den beiden Referentinnen für ihre Darbietung mit großem Applaus und versammelte sich anschließend für ein ‚Familienfoto‘ mit ihnen, zusammen mit Dr. Annette Koewius, die die Veranstaltung leitete und zu Beginn des Gesprächs ein Grußwort im Namen des Vorstands an die Teilnehmer richtete.

 

Insbesondere wurden die folgenden Gesichtspunkte und Problemkreise behandelt:

- der aufwendige Nachbau von Maschinen aus der Frühzeit der Industrialisierung ab Ende des 18. Jahrhunderts;

- die Auswahl, Beschaffung und Unterbringung weiterer Exponate einschließlich textiler Erzeugnisse, die aus dieser Zeit stammen.

So wurde der Ankauf einzelner Exponate erläutert, so am Beispiel der seinerzeit als erstes erworbenen bergischen Münzwaage und vor allem der historischen textilen Objekte, über die das Museum inzwischen in einzigartiger Weise verfügt. Hierbei gelang es den beiden Referentinnen, mit der Frage nach der Bestimmung vorgeführter Objekte (Geschenke an das Museum) das Publikum aktiv in die Problematik der Authentizität von Ausstellungsstücken einzubeziehen.

In der weiteren Diskussion ging es u.a. um die Frage der Höhe von Kosten für die Exponate. In diesem Zusammenhang verwies unsere ehemalige Vorsitzende, Frau Helga Hülsmann, auf die kontinuierliche finanzielle Unterstützung des Museums durch unseren Förderverein.

Dr. Alexander Koewius

 

 

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