Vortrag am Wasserrad

Vortrag am Wasserrad: Eine Sternstunde "in Sachen Kultur"

Am 24. November 2016 spürte man förmlich, was Kultur bedeutet, welcher Impuls davon ausgeht und wie Kultur begeistern kann. Mit Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, MdL und kulturpolitischer Sprecher der CDU, hatte der Förderverein einen ausgewiesenen Kulturexperten für den Vortag am Wasserrad gewinnen können. Wolfgang Küppers fasst hier die wichtigsten Thesen zusammen, warum die Kultur als Standortfaktor in den Kommunen erhebliche Bedeutung hat.

Die Freunde und Förderer des Industriemuseums Cromford e.V. hatten zu ihrem Herbstvortrag hohen Besuch am Wasserrad. Sie konnten durch  Unterstützung ihres Mitglieds – Peter Beyer, MdB – mit Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, MdL, kulturpolitischer Sprecher der CDU und Vorsitzender des Zentralkommitees der deutschen Katholiken, einen ausgewiesenen Kulturexperten für einen außergewöhnlichen Vortrag gewinnen:

„Die Bedeutung der Kultur als wichtiger Standortfaktor in den Kommunen“

Wenngleich dieser Titel vielleicht nicht gar so prickelnd erscheint, war der Vortrag eine Sternstunde in Sachen Kultur. Fast 50 Gäste konnte der Fördervereins-Vorsitzende Wolfgang Küppers um das vollbesetzte Wasserrad im Museum Cromford begrüßen.

Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg (2. v. li.) und Peter Beyer (re.) zusammen mit Claudia Gottfried und Wolfgang Küppers am Wasserrad in der Textilfabrik Cromford.

Beeindruckt von einer vorangegangen Führung durch Fabrik und Herrenhaus mit Museumsleiterin Claudia Gottfried, stellte Prof. Sternberg sogleich auch dieses Ensemble in seiner kulturhistorischen Bedeutung in den Fokus seiner Ausführungen. Hier einige Aspekte seines Vortrags:

  • Kultur ist ein Bestandteil der Bildung. Grundlage aller kulturellen Aktivität ist die kulturelle Bildung in allen Altersstufen.
  • Es gibt keine Sonderwelt Kultur, es geht in der Kultur nicht allein um ökonomische und Mehrheitserwägungen, sondern man muss von deren Notwendigkeit überzeugt sein.
  • Wenn über 70% der Bundesbürger gelegentlich oder öfter ein Museum besuchen und ebenso häufig ins Theater gehen wie zu Sportveranstaltungen, zeigen bereits diese Zahlen, dass Kunst und Kultur längst nicht mehr nur Sache einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht ist.
  • Es sind vor allem die Kultureinrichtungen, die über die Attraktivität der Städte entscheiden. Nur für C&A und H&M bindet man sich nicht an eine Stadt.
  • Kulturausgaben werden bei Sparmaßnahmen häufig als erste gekürzt, obwohl jedem Haushälter bekannt sein dürfte, dass sie mit 1,62% Anteil an den öffentlichen Haushalten kaum einen nennenswerten Beitrag zur Konsolidierung leisten.

In einer durch Medienberichterstattung dominierten öffentlichen Wahrnehmung schleicht sich die Gefahr der Konzentration auf eine Kultur der Events und Top-Institutionen ein. „Leuchttürme“ müssen aber auf solider Basis stehen und dürfen nicht dazu dienen, die Finsternis zu überstrahlen.

Was soll Kunst und Kultur? – Fragen Sie mit:

Kultur als Freiheit? – eher „Muße“
Kultur als Luxus? – eher Überschuss“
Kultur als Spaß? – eher „Freude“ 
Kultur als Event? – eher „Ereignis“
Kultur als Lebenshilfe? – eher „Ausdruck“

Kultur und Kunst sind Lebensmittel.

Mit einer Gratulation an das Haus Cromford beendete Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg seinen viel beachteten, lebhaften und vor allem zum Nachdenken und zur Aufnahme dieses Lebensmittels dienenden Vortrag – eine Sternstunde in Cromford, eine Sternstunde der Kultur.

Wolfgang Küppers

 

 

 

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